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Sonderausstellung Johann Andreas Rauch

Johann Andreas Rauch 1575 – 1632. Kunst und Kartographie

Wangen im Allgäu, 19. Juli – 19. Oktober 2014
Stadtmuseum Eselmühle und Städtische Galerie in der Badstube
Di-Fr und So 14-17 Uhr, Sa 11-17 Uhr

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Die Ausstellung über den Wangener Stadtmaler Johann Andreas Rauch wird erstmals einen Überblick über das gesamte Schaffen des Künstlers bieten. Rauchs Werk umfasst sakrale Gemälde, handwerkliche Arbeiten, die große Wangener Stadtansicht (Rathaus) und eine Vielzahl großformatiger Kartengemälde, die seinen Ruf als genialen Kartographen begründeten.

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Rauch war ein hochtalentierter Feldmesser und bediente sich damals modernster technischer Hilfsmittel zur Berechnung und maßstabsgetreuen Darstellung von Ortschaften, Geländeformationen, Gebietsgrenzen oder Wegenetzen.
Was messbar war, wurde beherrschbar, und so wurde das Wissen, das Rauch in seinen Kartengemälden fixierte, zum Herrschaftsinstrument für seine Auftraggeber. Die Landtafeln hatten juristische Beweiskraft und betrafen das Forst- oder Jagdrecht, die Steuerberechnung oder die Gerichtsbarkeiten verschiedener Territorialherren.

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Die Landtafeln Rauchs sind über ihren kartographischen und künstlerischen Wert hinaus historische Quellen ersten Ranges, wenn sie beispielsweise zahllose Flurnamen oder die Bauweise von Gehöften überliefern. Der Künstler ließ es sich auch nicht nehmen, in mehrere seiner Tafeln eine große Anzahl genrehafter Szenen und Aussprüche aufzunehmen. Sie zeugen vom Witz des Malers, von seiner Lust am Erzählen und seiner Weigerung, sich

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sklavisch an die Nüchternheit des Kartengeschäftes zu halten. Auch für seine eigene Selbstdarstellung boten die Landtafeln genügend Raum, und Rauch unterließ es nicht, beispielsweise durch Geheimschriften, lateinische Zitate, Allegorien und Ausführungen über seine Bildung im Bereich der Geometrie, das Bild eines Künstlers zu vermitteln, der Kunst und Wissenschaft miteinander zu verbinden wußte.